Schulleiter, Heinrich Jung, Schreiber der Dorfchronik für Holzhausen verzeichnet für das Jahr 1962 folgendes:
Kinder, wie die Zeit vergeht! Wieder ist ein Jahr vergangen und damit an der Zeit, Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten und aufzuzeichnen, was es uns gebracht hat.
In dem kleinen Bereich unseres Dorfes war es nicht allzu viel. Die Initiative der Gemeinde ist durch das Umlegungsverfahren sehr eingeengt. Noch war alles in der Schwebe, so dass keine großen Projekte in Angriff genommen werden konnten.
In den Monaten Oktober und November erfolgte die Besitzeinweisung. Ich hatte mir diese Sache eigentlich schlimmer vorgestellt, aber es ging verhältnismäßig ruhig vonstatten. Natürlich gab es Härten. Im Allgemeinen aber war man doch zufrieden.
Die angestrebte Strukturverbesserung dürfte ohne Zweifel voll erreicht sein. Dafür einige Beispiele:
Bauer Jakob Koch hatte bei etwa 65 Morgen Land 540 Parzellen. Er erhielt eine große Parzelle und baut einen Aussiedlerhof. Für viele mittlere Betriebe möge hier Karl Biemer stehen. Er hatte 165 Parzellen bei 30 Morgen Land. Er erhielt vier Parzellen in den Größen zu 12 Morgen, 8 Morgen, 6 Morgen und 4 Morgen.
Der wunderbare, sonnige Herbst gab vielen Bauern noch Gelegenheit die neuen großen Pläne zu bearbeiten und auszustellen.
Erwähnt werden muss auch noch, dass es auch Leute gibt, die behaupten, mit den großen Plänen hätte man doch mehr Arbeit als mit den alten kleinen Parzellen.
Es folgen vier Zeitungsartikel aus der „Wetzlarer Zeitung“
1. „Holzhausen will nicht im Schulverband“ Bürger und Gemeindevertreter dagegen. Die erst vor neun Jahren erbaute Schule reicht noch für Jahrzehnte aus
2. Handarbeits- und Werkausstellung der Holzhäuser Schulkinder Schüler zeigten Freude am Gestalten Gut besuchte Handarbeits- und Werkausstellung der Volksschule Holzhausen
3. Mittelpunktschule für Allendorf, Ulm und Holzhausen Holzhausen ? In Ulm war Ortstermin Zwei Baugelände in der Debatte Gemeindevertretungen sollen sich im Januar entscheiden
Wie aus den Zeitungsausschnitten zu ersehen ist, soll auch auf der Ulm eine Mittelpunktschule gebaut werden. Die gezeigten Zeitungsausschnitte geben erschöpfend Auskunft über den Stand der Verhandlungen. Angesichts unserer, erst vor zehn Jahren gebauten Schule ist es gerade für Holzhausen besonders schwierig, sich zum Beitritt zu entschließen. Wahrscheinlich wird diese Entwicklung nicht aufzuhalten sein. Nur die Frage des Standortes der neuen Verbandschule wird noch viel Kopfzerbrechen bereiten. Nach unseren Vorstellungen kann nur der geographische Mittelpunkt erwählt werden.
Es folgen fünf Artikel aus der „Wetzlarer Zeitung“:
1. Der Landrat: „ Nutzen der Kinder geht vor….“ Drei Platzvorschläge für dieVerbandsschule Die Ortsgremien von Allendorf, Ulm und Holzhausen konnten sich in einer Versammlung nicht einig werden
2. 25 Jahre im Dienst der Genossenschaft Geschäftsführer Droß von der Spar- und Darlehenskasse geehrt
3. Seltene Gäste im Ulmtal Die Störche sind leider „Junggesellen“ Deshalb ist nicht damit zu rechnen, dass sie hier festes Quartier beziehen
4. Neuer Seelsorger im Kirchspiel Ulm Pfarrer Wilfried Siemeister ordiniert und als Vakanzpfarrer eingeführt
5. Gesund am Ziel Die Kinder aus dem Kreis Wetzlar, die unter der Leitung des Lehrers Jung(Holzhausen) nach Lenste fuhren, sind am Donnerstagabend wohlbehalten in Lenste angekommen.
Und wieder einmal weilten wir in Lenste. Diesmal stellten wir für 14 Tage sämtliche Betreuer und Betreuerinnen. Die Leitung des Jugendamtes war der Meinung, dass sich die Holzhäuser Betreuer sehr gut bewährt hätten. In der Mehrzahl waren es Jungen und Mädchen, die schon 1953 als Jugendliche am Lager teilgenommen hatten.
Was wäre sonst noch von 1962 zu sagen ?
Der „Torweg“ und „die Fahrt“ wurden ausgebaut. Im Oktober hielt die Kubakrise die Welt in Atem. Viele Einwohner hatten, in Erinnerung an den letzten Krieg, vor allem Öl und Zucker gehamstert. Nach Meinung von Geschäftsleuten müssten sie teilweise noch für das kommende Jahr eingedeckt sein.
Die Einwohnerzahl ist etwa gleich geblieben. Neubauten wurden keine erstellt. Man hofft, dass nach der Bereitstellung von Bauplätzen auch die Bautätigkeit wieder auflebt.
Auch für das Jahr 1963 wünschen wir uns Gottes Beistand. pdf
Holzhausen, im Januar 1963 H. Jung