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Die alte Linde bei der Kirche

Gefunden und aufgeschrieben von Heinrich Jung, bearbeitet und veröffentlicht von Joachim Kohl

Vor unserer Kirche stand bis zum Dezember 1954 eine alte, große Linde. Wann und wie sie gesetzt worden ist, fand ich zufällig in einer alten Familienbibel verzeichnet. Der Eintrag am Ende eines Kapitels lautet: „Die linte bey der Kirch ist von dem Johann Peter Balzer im Jahre 1834 auf der Hochleiter in dem Hißelschlag ausgehackt und von dem damaligen Ortsdiener Friedrich Droß gesetzt worden. Beide waren aus Holzhausen."

Viele Generationen haben unter ihr gesessen und in den Abendstunden ihre Lieder gesungen. Wie in der Chronik des Gesangvereins nachzulesen ist, wurde unter ihr von sangesbegeisterten Männern im Jahre 1890 der noch heute bestehende Gesangverein begründet. Unter ihm hielt man auch die ersten Gesangsübungsstunden ab. Wie sehr die Linde zu unserem Dorfganzen gehörte, merkte man erst, als sie nicht mehr da war. In der Nacht vom 22. auf 23. Dezember 1954 fegte über unsere Heimat ein gewaltiger Sturm. Morgens um 9 Uhr übertönte ein gewaltiges Krachen das Heulen des Sturmes. Die Linde war umgestürzt und hatte die Telefonleitungen, sowie das gegenüberliegende Gerätehaus des Landwirts Wilhelm Koch zerschlagen. Erst am zum Abend konnte die Straße wieder für den Verkehr freigemacht werden.

Die Linde vor dem Sturm
Die vom Sturm gefällte Linde

Aufzeichnungen aus einer alten Holzhäuser Familienbibel.

Die folgenden Aufzeichnungen fand ich in einer alten Familienbibel. Sie waren auf den freien Raum jeweils hinter den einzelnen Kapiteln eingetragen.

„Die linte bey der Kirch ist von dem Johann Peter Balzer im Jahre 1834 auf der Hochleiter in dem Hißelschlag bey dem Jachthaus ausgehackt
und von dem damaligen Ortsdiener Friedrich Droß gesetzt worden. Beide waren aus Holzhausen.“

„1837 den 15ten April ist ein Schnee gefallen, dass der Postwagen nicht hat fahren können, und bey Frieburg hat man zehn Pferde an einen Wagen gespannt und haben ein Rad vom Wagen gerissen und doch im Schnee stecken geblieben, und den 15 - 16 - 17 waren Eiszacken an den Strohdächern, etliche von 4 Schuh lang, den 21. April sind die Leute das erste Mal ins Feld gefahren, den 11. May war noch viel Hafer zu säen und Gerstenäcker lagen noch meistenteils auf der ersten Seite. Holzhausen den 22ten May 1837 Peter Balzer.

„In diesem Jahr war eine Missernte wegen großer Dürre, denn auf den meisten Äcker der Sommerfrüchte hat man kaum die Aussaat geerntet, ganz wenig Heu, Kartoffeln nach Unterschied je nachdem das Land gebaut war, es hat den ganzen Sommer hindurch nicht einen einzigen durchweichenden Regen gegeben bis zum späten Herbst.

Holzhausen den 26. Dezember 1842.

Die Kirschbäume auf dem Steimel sind gesetzt worden 1843 von Joh. Peter Balzer, Joh. Georg Rumpf 3ter und Heinrich Wilhelm Mud. In der Nacht vom 21ten auf 22ten März 1849 sind mir von dem F'riedrichs Webers Acker zwei junge Apfelbäume abgehauen worden und dem Peter Schmidt ein Nussbaum im Brühl und dem Georg Rumpf 3ter vor der Feldwiese ein schöner Apfelbaum und dem Vorsteher Groß im Wirrenboden zwei Apfelbäume und dem Georg Haas in dem Pfaffengarten zwei Apfelbäume abgebrochen und einen mit einem Schnittmesser bis auf das Holz abgeschält worden. Der Täter ist noch nicht ermittelt.

1853 den 16ten Jenner hat der Jakob Rumpf Schlüsselblumen in seinem
Garten abgebrochen und mir eine gezeigt.

Holzhausen, 16ten Jenner 1853 Peter Balzer.

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