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Das Jahr 1952

Auch das  Jahr 1952 war reich an Begebenheiten dörflicher Weiterentwicklung. Zu Beginn des Jahres konnte endlich die seit langem erwartete Glocke eingeholt werden.

Die Anschaffung wurde durch Spenden der gesamten Einwohnerschaft und der umliegenden Industrien ermöglicht. Herr Pfarrer Pistor hatte an alle umliegenden Werke Bittschreiben gerichtet und darin um eine Spende für die Glocke gebeten. Die Gaben flossen so reichlich, dass die Kosten der Anschaffung ausschließlich durch sie gedeckt werden konnten. Am18.3.1952 wurden mit dem Lastauto des Kaufmanns Helmut Droß die neue, etwa 18 Zentner schwere Stahlglocke, in Bochum geholt. Da das Auto abends zu spät eintraf musste die in Empfangnahme auf den 19.3. morgens verschoben werden. Mit Girlanden begrenzt fuhr das Auto gefolgt von den gesamten Schulkindern durch das Dorf. Auf dem Schulhof sangen die Schulkinder 2 Lieder und trugen ein Gedicht vor. Anschließend hielt Bürgermeister Würz eine kurze Ansprache, in der er den Wunsch aussprach, dass nie wieder eine Glocke einem mörderischen Kriege zum Opfer fallen möge.

Die neue Glocke wurde am selben Nachmittag unter Mithilfe zahlreicher männlicher Einwohner durch ein Loch am hinteren Giebel in den Turm gebracht und am folgenden Morgen in dem Glockenstuhl eingebaut. Bei einem Probegeläute am selbigen Nachmittag konnten die Holzhäuser zum ersten Mal dem ehernen Klang der neuen Glocke lauschen.
Am Palmsonntag konnte die Glocke unter Anteilnahme der gesamten Gemeinde eingeweiht werden. Da die kleine Kirche die Masse der Besucher nicht alle fassen konnte, hatte man vorsorglich in den Schulsälen der neuen Schule Lautsprecher aufgestellt. So konnten noch einige 100 Einwohner hier die Feier miterleben. Pfarrer Pistor wählte zum Leittext die Inschrift der neuen Glocke: O Land, Land, Land, höre des Herren Wort.

Bürgermeisterwahl: Bei der im Mai dieses Jahres stattfindenden Bürgermeisterwahl wurde der seit 1946 im Amt befindliche Bürgermeister Würz mit großer Mehrheit wiedergewählt. Damit fand die strebsame und unermüdliche Arbeit des Bürgermeisters gerechte Anerkennung. In diesem Zusammenhange sei noch vermerkt, dass es in erster Linie der Initiative des Herrn Reinhard Würz zu verdanken ist, dass der dringend notwendige Schulneubau verwirklicht wurde. Die neue Amtsperiode läuft bis 1956. Möge ihm ein segensreiches Wirken beschieden sein.

Verpachtung des Ortsnetzes: Nachdem der Schulneubau glücklich beendigt werden konnte, stand im vergangenen Jahre ein neues Großprojekt der Gemeinde zur Debatte. Die Erneuerung des Ortsnetzes.
Vor etwa 40 Jahren wurde in Holzhausen das Ortsnetz errichtet. Dabei verwandte man für die Hauptleitung Kupferdrähte mit geringem Querschnitt. Für die damalige Bevölkerungszahl und dem geringen Stromverbrauch vollauf genügend. Man brauchte den Strom ausschließlich zur elektrischen Beleuchtung. Inzwischen ist jedoch die Zeit weiter voran geschritten. Zahlreiche neue Häuser wurden gebaut. Die Bevölkerungszahl hat sich beinah verdoppelt. Am Bahnübergang nach Rodenroth wurde ein Sägewerk errichtet. Die in den 20ziger Jahren erschlossene Tongrube „Saturn“ musste ebenfalls versorgt werden. Vor allem aber waren die Vielzahl der elektrischen Koch- und Heizgeräte, die das Leitungsnetz immer mehr beanspruchten. Die Verhältnisse wurden langsam untragbar. Oft kam es vor, dass ganze Teile des Ortes ohne Strom waren. Manches Mal sank die Spannung soweit ab, dass elektrische Geräte und Maschinen nicht mehr betrieben werden konnten. In der Neustadt war es z.B. überhaupt nicht mehr möglich auch nur noch einen elektrischen Herd neu anzuschließen. In Ingenieur nannte für die runde Summe von 100 000,- DM. Eine Summe die von der Gemeinde augenblicklich, selbst unter größten Opfern nicht aufgebracht werden konnte. Es blieb also keine andere Wahl als dem Beispiel vieler Gemeinden des Oberlahnkreises zu folgen und das Ortsnetz an die Preußische Elektrizitätsaktiengesellschaft (Preußag) zu verpachten. Nach erfolgter Einholung einiger Gutachten wurde das Ortsnetz am 1. Juli 1952 nach Abschluss eines Pachtvertrages an die Preußag übergeben. In diesem verpflichten sich die Preußag das Ortsnetz vollkommen zu erneuern und als zweiten wichtigen Punkt an die Gemeinde jährlich etwa 2 000,- DM Pacht zu bezahlen. Sofort nach Bekanntwerden hob der Landrat des Kreises Wetzlar den Beschluss der Gemeindevertretung auf. Die Gemeinde legte Berufung ein. Noch immer ist der Streit nicht beendet.

Noch im selben Herbst begann die Preußag in großzügiger Weise mit der Erneuerung des Ortsnetzes, welche bis zum Jahresende noch andauerte.


Die neue Glocke
Eintreffen der Glocke
Die Glocke auf dem Weg zum Kirchturm

Bürgermeisterwahl: Bei der im Mai dieses Jahres stattfindenden Bürgermeisterwahl wurde der seit 1946 im Amt befindliche Bürgermeister Würz mit großer Mehrheit wiedergewählt. Damit fand die strebsame und unermüdliche Arbeit des Bürgermeisters gerechte Anerkennung. In diesem Zusammenhange sei noch vermerkt, dass es in erster Linie der Initiative des Herrn Reinhard Würz zu verdanken ist, dass der dringend notwendige Schulneubau verwirklicht wurde. Die neue Amtsperiode läuft bis 1956. Möge ihm ein segensreiches Wirken beschieden sein.

Verpachtung des Ortsnetzes: Nachdem der Schulneubau glücklich beendigt werden konnte, stand im vergangenen Jahre ein neues Großprojekt der Gemeinde zur Debatte. Die Erneuerung des Ortsnetzes.
Vor etwa 40 Jahren wurde in Holzhausen das Ortsnetz errichtet. Dabei verwandte man für die Hauptleitung Kupferdrähte mit geringem Querschnitt. Für die damalige Bevölkerungszahl und dem geringen Stromverbrauch vollauf genügend. Man brauchte den Strom ausschließlich zur elektrischen Beleuchtung. Inzwischen ist jedoch die Zeit weiter voran geschritten. Zahlreiche neue Häuser wurden gebaut. Die Bevölkerungszahl hat sich beinah verdoppelt. Am Bahnübergang nach Rodenroth wurde ein Sägewerk errichtet. Die in den 20ziger Jahren erschlossene Tongrube „Saturn“ musste ebenfalls versorgt werden. Vor allem aber waren die Vielzahl der elektrischen Koch- und Heizgeräte, die das Leitungsnetz immer mehr beanspruchten. Die Verhältnisse wurden langsam untragbar. Oft kam es vor, dass ganze Teile des Ortes ohne Strom waren. Manches Mal sank die Spannung soweit ab, dass elektrische Geräte und Maschinen nicht mehr betrieben werden konnten. In der Neustadt war es z.B. überhaupt nicht mehr möglich auch nur noch einen elektrischen Herd neu anzuschließen. In Ingenieur nannte für die runde Summe von 100 000,- DM. Eine Summe die von der Gemeinde augenblicklich, selbst unter größten Opfern nicht aufgebracht werden konnte. Es blieb also keine andere Wahl als dem Beispiel vieler Gemeinden des Oberlahnkreises zu folgen und das Ortsnetz an die Preußische Elektrizitätsaktiengesellschaft (Preußag) zu verpachten. Nach erfolgter Einholung einiger Gutachten wurde das Ortsnetz am 1. Juli 1952 nach Abschluss eines Pachtvertrages an die Preußag übergeben. In diesem verpflichten sich die Preußag das Ortsnetz vollkommen zu erneuern und als zweiten wichtigen Punkt an die Gemeinde jährlich etwa 2 000,- DM Pacht zu bezahlen. Sofort nach Bekanntwerden hob der Landrat des Kreises Wetzlar den Beschluss der Gemeindevertretung auf. Die Gemeinde legte Berufung ein. Noch immer ist der Streit nicht beendet.

Noch im selben Herbst begann die Preußag in großzügiger Weise mit der Erneuerung des Ortsnetzes, welche bis zum Jahresende noch andauerte.

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