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Inhalt

Zeittafel

774 erste Erwähnung von Allendorf und Holzhausen im Lorscher Kodex

988 übergroße Hitze verwüstet große Teile der Ernte

993 u. 994 es sind wieder heiße Sommer

Was sonst noch los war

771 wurde Karl der Große zum Alleinherrscher über das damalige Frankenreich. In den Anfängen seiner Herrschaft fielen die früh christianisierten Franken in die althergebrachten, heidnischen Gebräuche zurück. Im Norden beharrten die Sachsen auf ihrem Heidentum. Im Süden des Reiches stritt die römisch-katholische Kirche um Macht und Einfluss. Die Sarazenen drängten über die Iberische Halbinsel immer weiter nach Norden vor. Im Osten fielen die Awaren ein. Europa war also zum Herrschaftsantritt von Karl dem Großen in Aufruhr. In dieser schwierigen Zeit war Karl I. entschlossen eine Neuordnung in Europa durchzusetzen und kämpfte bis ca.800 v. Chr. immer wieder an den unterschiedlichsten Fronten. Die Feldzüge gegen die Sachsen sind nur ein Beispiel dafür. Sie begannen im Sommer 772 n. Chr. und endeten mit einigen Unterbrechungen im Jahre 804 n. Chr. Aus dem anfänglichen Grenzkonflikt wurde schließlich ein Feldzug der mit beträchtlicher Grausamkeit geführt wurde und mit der Christianisierung  und Eingliederung des sächsischen Volkes in das Fränkische Reich endete. 785 gab der sächsische Adel, auch Widukind als hartnäckigster Gegner, den Widerstand auf und kooperierten mit Karl I. Schon 792 brach erneut ein sächsischer Aufstand aus, der zur Folge hatte, dass am Ende eine rechtliche Verbesserung der Sachsen stand. 802 wurde das sächsische Volksrecht aufgezeichnet und von Karl anerkannt. Sachsen galt bald darauf als endgültig befriedet und als Teil des christlichen Frankenreichs.

 

Um 760 entstand die erste merowingische Befestigung auf dem späteren Domberg, die zur Burg Limburg ausgebaut wurde. Die ursprüngliche Befestigung wurde wahrscheinlich zum Schutz einer Furt der Lahn errichtet. In ihrem Schutz entstand zunächst eine Ansiedlung, aus der sich später die Stadt entwickelt hat  aus der sich später die Stadt entwickelt hat.

 

794 Erste Erwähnungen Frankfurt

Der freie Bauer in der Zeit der Karolinger hatte es sehr schwer. Er musste den "Zehnt" an den Herren entrichten, Waffendienst leisten und die Reisen des Königs mit sehr großen Lieferungen seines kärglichen Ertrages unterstützen. Grundherren, die herrschsüchtige Kirche und brutale Beamte verkleinerten die Zahl der freien Bauern systematisch mit Gewalt und Erpressung zum eigenen Nutzen. Um sich und ihre Familien vor marodierenden Räuberbanden zu schützen blieb den meisten freien Bauern nichts anders übrig als ihren Besitz einem mächtigen Herrn zu übergeben. Dieser schützte ihn dann gegen eine ordentliche Abgabe oder durch Frondienste.

910 wurde Limburg erstmals unter dem Namen „Lintpurc“ urkundlich erwähnt.

 

Weilburg wurde erstmals im Jahre 906 in einer Chronik des Abtes Regino von Prüm als Festung mit dem Namen Wilineburch erwähnt.

Heinrich der I., den man als eigentlichen Gründer "Deutschlands" bezeichnen kann, verstarb im Jahre 936 nach 17jähriger erfolgreicher Herrschaft. Sein Sohn Otto folgte ihm als König Otto I. auf den Thron. Er begründete das ottonisch-salische Reichskirchensystem. Neben drei Italienfeldzügen und der Sicherung der Reichsgrenzen gegen Osten ist noch der Sieg über das ungarische Reiterheer im Jahre 955 auf dem Lechfeld zu erwähnen. Er beendete damit einen mehr als 50 Jahre andauernden Streit in dessen Verlauf immer wieder ungarische Reiterheere nach Deutschland eingefallen sind. Im zweiten Italienfeldzug wurde er zum Kaiser gekrönt und gilt seither als Gründer des Heiligen Römischen Reiches. Er verstarb am 07. Mai 973. Sein Sohn Otto II., Beiname der Rote, folgte ihm nach. Alles in allem keine vom Glück und Geschick begleitete Regentschaft. Ein Feldzug gegen die Sarazenen endete in einer verheerenden Niederlage. Er verstarb am 07.12.983 und wurde im Petersdom in Rom beigesetzt. Otto der III. Die Regierungsgeschäfte für das minderjährige Kind übernahm zunächst seine Mutter Theophanu, nach deren Tod die Großmutter Adelheid. 994 wurde der 15jährige Otto auf dem Solinger Reichstag für volljährig erklärt. Ein erfolgreicher Feldzug 994 gegen Rom zu Anfang seiner Regentschaft. Die Krönung zum Kaiser erfolgte durch Papst Gregor V. im Mai 996. Er hatte die Idee der Wiederherstellung des Römischen Reiches, scheiterte aber am Widerstand in Deutschland und in Rom selbst. Sein früher Tod an Malaria lässt nur darüber spekulieren was noch aus seinen Ideen geworden wäre. Erfolglos versuchte er einen Aufstand 1000 n.Chr. in Rom  niederzuschlagen. Schließlich musste er im Februar 1001 aus Rom fliehen. Er verstarb im Alter von 21Jahren am 24. Januar 1002  auf der Burg Paterno.  Der Titel Romanum imperator semper augustus geht auf Otto III. zurück.

Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 blieb dieser Begriff Teil des Kaisertitels.

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1022 unausstehliche Hitze, alles verdorrt

1135 viele Quellen und Bäche vertrocknen durch Hitze

1162 die Wälder entzünden sich und brennen lichterloh

Was sonst noch los war

Etwa um 1000 n. Chr. wurde das Pferdegeschirr mit Kummet erfunden. Dadurch erleichterte sich die Arbeit der Zugtiere erheblich. Die bis dahin eingesetzten Ledergeschirre scheuerten die Tiere oft wund.

 

Wilhelm von Gleiberg gründete 1152 Gießen.

 

Die Burg Greifenstein wurde im Jahre 1160 erstmals urkundlich erwähnt

 

In der Zeit von 1095/99 bis zum 13. Jahrhundert fanden 7 Kreuzzüge statt. Der erste, eigentlich ein Vorläufer, wird als Volks oder Bauerkreuzzug beschrieben dauerte nur 6 Monate und endete mit einer Niederlage an der Grenze des damaligen Osmanischen Reiches. 1097, erster Kreuzzug, sammelten sich Ritterheere, 80.000 Mann,  aus allen Teilen des christlichen Abendlandes in Konstantinopel. 1099 Eroberung Jerusalems. Den Kreuzzügen 2 bis 5 waren keine großen Erfolge beschieden. 1244 wurde Jerusalem von den Muslimen zurückerobert. Dies forderte Kreuzzug 6 und 7 heraus, die aber ebenfalls scheiterten.

Vor der Einführung der Dreifelderwirtschaft um 1100 n. Chr. existierte der so genannte Landwechsel. Der Bauer baute seine Felder solange an, bis die Nährstoffe im Boden aufgebraucht und keine ertragreiche Ernte mehr möglich war. Er wechselte Wohnsitz und Feld und das Gleiche begann von vorne. Mit Einführung der Dreifelderwirtschaft  wurde der Bauer sesshaft. Die Dreifelderwirtschaft schonte den Boden und man konnte bei gleichbleibendem Ernteertrag den Boden länger nutzen. Der Acker wird in drei Teile geteilt. Das Wintergetreide wird hierbei vor dem Winter auf den einen Teil des Ackers ausgebracht und das Sommergetreide auf den anderen Teil des Ackers nach dem Winter. Der Dritte Teil des Ackers bleibt unbearbeitet lediglich das Vieh des Bauer grast auf diesem Acker und düngt es somit auf natürliche Weise.  Im nächsten Jahr wird das Wintergetreide auf das Feld auf dem zuvor das Sommergetreide war ausgebracht und das Sommergetreide auf dem bisher ungenutzten Teil des Ackers gesät. Der Teil auf dem vorher das Wintergetreide war ruht nun für ein Jahr und kann sich erholen und Nährstoffe aufnehmen.

Vor der Erfindung von Wind- und Wassermühlen wurde der Mühlstein von Tieren angetrieben, welche  ständig im Kreis liefen. Ab 1180 werden solche  Mühlen im europäischen Raum erwähnt. Später wurden in Deutschland Windmühlen entwickelt, die sich in den Wind drehen. In den Ebenen des Nordens waren es die Windmühlen und im Süden Deutschlands die Wassermühlen. Der jeweilige Landesherr hatte alle Vorrechte auf die Mühle in seinem Gebiet. Die Bauern durften auch nur  in dieser Mühle ihr Getreide mahlen. Dafür wurde auch noch Mühlengeld erhoben. Ohne Wissen des Lehensherren durfte keine Mühle gebaut werden.

 

Erste urkundliche Erwähnung war 1254 Dillenburg

Im Orient war das Spinnrad schon vor dem 13. Jahrhundert bekannt. Im europäischen Raum verbreitete es sich ab 1200. Vorher wurden die Fäden von Hand zusammengedreht. Das Spinnrad war eine Erleichterung und die Herstellung der Fäden ging schneller. Die Qualität war allerdings schlechter.

1294 wieder heißer Sommer, Brunnen trocknen aus und Vieh muss abgeschlachtet werden.

1311 Pestjahr

1325 erste urkundliche Erwähnung von Ulm

1350 Pestjahr

1356 nassauische Truppen brandschatzen Allendorf und Ulm. Die Ulmer Kirche wird völlig zerstört. In der anschließenden Pestzeit gehen die Dörfer oder Güter Heisterberg, Clairbach, Niedernhausen und Schönbach unter. Auf den Trümmern von Niedernhausen entsteht Allendorf

1362 trockener und sehr kalter Winter. Die Flüsse sind 2 Monate zugefroren.

1412 Pestjahr, ungemein kalter Winter

1473 blühen am 25. März die Bäume und Rübsamen, der folgende Sommer ist sehr heiß, von Pfingsten bis Eggidius, 1. Sept., fällt kein Regen.

1475 die Ulmer Kirche wird wieder hergestellt.

1497 regnet es von Pfingsten bis Michaelis (29. Sept.) nicht, trotzdem ein fruchtbares Jahr.

1507 große Kälte im Winter, Menschen und Vieh erfrieren.

1517 großes Hagelunwetter, Weinstöcke, Frucht und Fensterscheiben werden zerstört.

1517 - 1519 Pestjahre

1528 - 1534 6 Jahre große Teuerung.

1535 - 1541 Pestjahre

Was sonst noch los war

Im 13. Jahrhundert wurde die Schubkarre nach und nach im Baugewerbe und der Landwirtschaft eingeführt. Auf wen diese Erfindung zurückgeht ist nicht nachgewiesen. Damit konnten dann schwere Lasten von einem Mann transportiert werden.

Man schätzt, dass im Mittelalter etwa ein Drittel der europäischen Bevölkerung an der Pest starben. Weil die damaligen Mediziner keine Erklärung hatten, betrachtete man die Pest als Strafe Gottes. Erst als erkannt wurde, dass durch Quarantäne und gründliche Hygiene die Ausbreitung der Krankheit gestoppt werden kann, wurden Hygienevorschriften erlassen und Gesetze zur Lebensmittelüberwachung eingeführt. Anfänge dieser Gesetze und Vorschriften gehen auf die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück. Dadurch konnte die Pest erfolgreich bekämpft werden. Bei der Pest handelt es sich um eine aggressive, bakterielle Infektionskrankheit. Übertragen wurde der Pestbazillus durch Rattenflöhe. Durch die schlechten hygienischen Verhältnisse begünstigt, konnte sich die Pest rasend schnell verbreiten. Im Jahr 1894 entdeckte der Schweitzer Arzt Alexandre Yersin den Pesterreger.

Der Mainzer Johannes Gensfleisch genannt Gutenberg erfand um 1445 den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Viele Entwicklungen und Erfindungen rund um den Buchdruck gehen auf Gutenberg zurück. Wegen dieser Verdienste wurde der Buchdruck des Johannes Gutenberg 1997 vom US-Magazin Time–Life zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends gewählt.

Etwa um 1450 existierte die erste, feste deutsche Postlinie. Diese wurde betrieben von Thurn und Taxis. Zuvor brachten Boten, Handelszüge oder Reisende Schreiben von A nach B.

Etwa 1510 erfand der Nürnberger Schlossermeister, Peter Henlein, die erste Taschenuhr mit Federantrieb.

Professor Doktor Johannes Crocius war der erste Rektor der neu gegründeten Kasseler Universität. Sein erstes Rektorat hielt nur knapp drei Monate. Er wurde im Jahr 1633 am 26. März suspendiert. Er erschlug einen jungen Mann, den er irrtümlich für einen Einbrecher gehalten hatte. Nach Klärung der Sachlage arbeitet er als Theologe weiter und wurde später Rektor an der Marburger Universität. Die hessische Kirchenordnung von 1657 geht hauptsächlich auf ihn zurück. Er studierte übrigens Theologie in Herborn.

Erläuterungen zur Braunfelsrevolte: Schon immer wurden die Einengung der persönlichen Freiheit und zu hohe Abgaben an die Obrigkeit als große Last empfunden. 1848 kam es auch bei uns im Ulmtal zu Unruhen. Von Frankreich schwappe der Revolutionsgedanke bis ins Fürstentum Solms-Braunfels. Zweimal gingen die Bewohner des Fürstentums mit allem möglichen bewaffnet nach Braunfels, um das Schloß zu erstürmen und ihre Forderungen mit Gewalt durchzusetzen. Fürst Ferdinand gab etwas nach und wollte die aufgebrachte Meute durch Freigabe der Jagd- und Fischerrechte besänftigen. Die Lage wurde immer prekärer, doch zur Erstürmung des Schlosses ist es nie gekommen. Militär und Teile der Bürgerschaft drängten die Angreifer aus der Stadt. Die neuen Jagd- und Fischereirechte wurden sofort genutzt. Jeder, der ein Gewehr hatte ging auf die Jagd, jedermann ging fischen. Als sich die Situation beruhigt hatte began die Strafverfolgung der Aufrührer. Viele wanderten nach Amerika aus um der Strafe zu entgehen. Andere wurden mit Zuchthaus- oder hohen Geldstrafen belegt. Letztendlich hatte der „heillose Bauernaufruhr“ viele Verletze und drei Tode gefordert.

1540 trockener heißer Sommer. Am 24. Dezember kann man sogar das Vieh auf die Weide treiben.

1541 wieder heißer trockener Sommer.

1552 am 10. Januar Wetterkatastrophe, großer Wasserschaden durch Wasserfluten.

1563 Pestjahr

1566 sehr heißer Sommer.

1567 am 1. Mai großer Frost, dass kein Grün an den Bäumen bleibt und die Weinstöcke erfrieren.

1572 sehr strenger Winter

1573 feuchter und kalter Sommer. Am 21. Sept. fällt Schnee, so dass die Leute erschrecken und ihr hartes Geschick beweinen. Die noch nicht geerntete Frucht geht verloren. Teuerung und Not im ganzen Land

1575 Pestjahr

1579 am 3. August Hagelwetter

1590 trockener Sommer. 38 Wochen fällt kein Regen.

1596 u. 1597 Pestjahre

1600 um die Jahrhundertwende werden die ersten Kartoffeln in unserer Gegend angebaut.

1606 am 17. März 5 Uhr nachmittags orkanartiger Sturm und viel Regen und Schaden

1611 Pestjahr

1618 - 1648 während des 30-jährigen Krieges wird der Zwetschgenbaum in unserer Gegend eingeführt und das Tabakrauchen kommt in Mode. Von der Kanzel wird gegen den Tabakgenuss gepredigt.

1621 das Ulmtal beginnt unter den Schrecken des 30-jährigen Krieges zu leiden.

1625 so warmer Januar, dass Bäume und Blumen anfangen zu blühen. Im Februar wieder sehr kalt. Zu Pfingsten fällt Schnee und schadet dem blühenden Korn.

1627 große Missernte.

1629 vielerorts Hexenprozesse.

1630 viele Leute sterben an Hunger. Man backt Brot aus Eicheln, Gras und Blättern, Nesseln und Bucheckern? Ohne Salz und Schmalz sind Leckerbissen.

1631 König Gustav lässt die Feste Greifenstein und Braunfels einsetzen. Ein schwedischer Obrist, dessen militärische Abteilung in Ulm lagert, bei den Unterbuchen oder Laich, wird unter dem Ulmer Altar beerdigt, nachdem er bei Kämpfen in Greifenstein gefallen war.

1634 zu Beginn des Jahres Erdbeben, Regen und Sturm. Die Lahn nimmt bei Limburg und Diez Häuser, Ställe, Mühlen, Menschen und Vieh mit sich fort.

1635 Pestjahr

1637 Teuerung und Hungersnot

1643 Unwetter und Überschwemmung an Lahn, Dill und Ulmbach. Der Hexenwahn verschont auch das Ulmtal nicht. Die Schulmeisterin von Ulm, ein Holzhäuser Bürger, die Schultheißin von Biskirchen und die Pfarrfrau von Greifenstein wurden geköpft oder verbrannt.

1657 trockener, futterarmer Sommer. Die Wiesen sind verdorrt und das Vieh verendet vor Hunger.

1678/79 sehr kalter Winter mit sehr viel Schnee. Menschen erfrieren und werden von Wölfen gefressen.

1679  Französiche Truppen unter Marschall Turenne belagern im Auftrag von Ludwig XIV die Feste Greifenstein und belästigen das Ulmtal mit Raubzügen. Sie plündern Kirchen und zerschlagen Fensterscheiben in den Dörfern.

1681 ein Komet versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Ein grausamer schrecklicher Komet erscheint. Aber wie ein Rauch im Wind verschwindet er wieder. Der Ulmbach überflutet die Ulmtaldörfer wie seit 40 Jahren nicht mehr. Ein ungewöhnlicher warmer Winter in dem Margarethe Lorenz aus Allendorf im Dezember Frühlingsblumen findet.

1682 viel Regen, große Überschwemmungen an Lahn und Dill.

1698 Graf Moritz von Solms-Greifenstein erbt die Braunfelser Linie, die ausstirbt. Er verlegt die Residenz nach Braunfels und lässt Greifenstein von Vögten verwalten. Inzwischen hat er 190 hugenottische Familien in Greifenthal und Daubhausen angesiedelt.

1705 Backofenhitze, d.h. sehr heißer Sommer.

1712 Gab es den 30. Februar 1712?

1713 Kindsblattern sind ausgebrochen.

1739 großes Hochwasser an Lahn und Dill am 15. Januar.

1744 viel Schaden am 24. und 27. Mai, Wolkenbrüche.

1752 großes Mäusejahr und darauf wenig Ernte

1754 am 27. März schweres Gewitter und Hagelschlag

1768 große Schäden durch Wolkenbruch

1775 Einführung von Klee wird durch die Obrigkeit begünstigt, hierdurch Übergang auf Sommerstallfütterung möglich. Schlechtes Erntejahr.

1776 schlechtes Erntejahr, Viehseuche, Kindsblattern und Fruchtmangel

1778 schlechte Ernte

1779 gute Ernte

1783 kalter Winter, Vieh wird morgens aufgeweckt, damit es nicht erfriert.

1784 am 14. April beginnt der Schnee wegzuschmelzen, Hochwasser wie noch nie; es folgt ein sehr trockener Sommer.

1791 Blutgericht am Steinmal wird aufgelöst

1793 - 1794 französische Revolutionstruppen suchen das Ulmtal heim.

1796 Viehseuche

1800 sehr heißer Sommer.

1806 Napoleon unterstellt das Fürstentum Braunfels dem Herzogtum Nassau, das dem Rheinland angehört.

1811 ein heißer trockener Sommer.

1812 marschieren auch Ulmer Männer mit den nassauischen Truppen unter Napoleon nach Rußland.

1817 große Teuerung

1819 Räuberunruhen

1822 Am 21.8. wurde der Kreis Braunfels, zu dem auch Holzhausen gehörte, lt. Amtsbl.d.Königl.Reg. zu Koblenz Nr. 35 mit dem Kreis Wetzlar vereinigt.

1824 die Regierung erlässt ein Verbot, wonach neue Häuser nicht mehr mit Stroh gedeckt werden dürfen.

1834 heißer Sommer. Johann Peter Balzer und Friedrich Droß pflanzen eine Linde bei der Kirche. Holzhausen hat 75 Wohnhäuser und 445 Einwohner. Es wurden in diesem Jahr 16 Kinder geboren.

1837 am 15. April so starker Schneefall, dass der Postwagen nicht fahren konnte. Am 21. April fuhren die Bauern das erste Mal ins Feld.
    
1842 schlechte Kartoffelernte, da der Sommer sehr trocken, der Nachsommer zu nass war.

1845 sehr gutes Jahr, strenger kalter Winter

1846 Teuerung

1848 am 24. Juli abends 10.00 Uhr eine Erderschütterung, die Häuser zittern.

Im „tollem Jahr 1848“ beteiligten sich auch viele Bauern aus dem Ulmtal  an dem Zug nach Braunfels „um das Küppelsche zu schleefe“. Mit Dreschflegel bewaffnet wollte man das Schloß stürmen und den Fürsten zum Verzicht auf Vermögen und Privilegien bewegen. Ein einziger Schuß aus einem preußischen Gewehr beendete den Aufstand. Der „Zehnte“ wird abgeschafft (die Ablöseverhandlungen ziehen sich freilich lange hin und füllen dicke Aktenmappen), der Fürst verzichtet auf die Rechte und Gerichtsbarkeit erster und zweiter Instanz, das Konsistorium in Braunfels wird aufgelöst und damit die seit Jahrhunderten bestehende Gemeinsamkeit bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde. Getreu den Stein-Hardenberg´schen Reform gibt es nun selbstständige Zivilgemeinden. Aus den Schultheißen, ehedem fürstliche Beamte, werden nun Amtsbürgermeister mit selbstständiger Verwaltungsbefugnis. Damit beginnen auch langwierige Auseinandersetzungen über die herkömmlichen Rechte und Pflichten von Kirche und Zivilgemeinden.

1854 die Eheleute Peter Muck u. Marie Christine geb. Balser mit ihren Kindern Marie Margarete, Peter, Johann Georg, Katharine und Marie Christine wollen nach Amerika auswandern. Am 12. Okt. 1854 verlässt die Familie Holzhausen mit dem Ziel Bremerhaven. Ihr Schiff sinkt. Einzige Überlebende der Familie ist Marie Margarete. Sie kehrt nach Holzhausen zurück.

1861 sehr großes Mäusejahr, ein großer Teil der Ernte wird von den Mäusen aufgefressen; Teuerung folgt.

1865 heißes dürres Jahr, fast keinen Regen, kaum Gras, wenig Frucht, aber ein milder Winter, man konnte im Feld und Wald Futter holen.

1866 im Februar schon grüne Weiden.

1867 ein sehr großes Regenjahr, viele Gewitter, wegen übergroßer Nässe können die Felder nicht bestellt werden.

1876 am 12. März Unwetter.

1878 Förster Schneider von Holzhausen wird bei Leun erschlagen.

1879 im Winter erfrieren durch große Kälte viele Obstbäume.

1890 am 2. August Hagelunwetter, 30 cm hoch liegen die taubeneier großen Hagelkörner in den Feldern.

1900 Dr. Liebe gründet die Lungenheilanstalt Waldhof-Elgershausen

1909/10 Dr. Liebe hält Vorlesungen in Holzhausen und richtet ein Lesezimmer ein.

ca. 1910 Thyphus im Dorf. Thyphusbrücke wird gebaut, um den betroffenen Menschen in der Bachstraße (oberer Spess) die Möglichkeit zu geben, an Trinkwasser zu kommen, ohne die Allgemeinheit zu gefährden. Die Quelle war auf der gegenüberliegenden Bachseite. Der Thyphus war auf ein Haus beschränkt, heutiges Haus Spitzenberger.

1911 große Dürre.

1913 am 12. Juli Wolkenbruch über der Gemarkung. Das Vieh musste aus dem Stall der Familie Leidecker (heute: Clössner/Sirvend) geholt werden, weil es bis zum Bauch im Wasser stand.

1914 im August ist Mobilmachung. Aus diesem Anlass findet auf der Kreuzgasse ein Gottesdienst statt.

1918 eine Kompanie Soldaten befindet sich auf dem Rückzug. Der Oberst bittet die Bewohner der Brühlbach (heute: Katzenfurter Straße) um Verpflegung für seine Soldaten und bekommt, was möglich ist.

1922 am 3. Juli ist die Strecke der Eisenbahn "der Balkan" bis Holzhausen fertiggestellt.

1928 die Kanalisation der Brühlbach (heute: Katzenfurter Straße) wird gebaut.

Was sonst noch los war

Das heute bekannte Streichholz wurde von dem englischen Apotheker 1827 John Walker erfunden. Der Reichstag verabschiedete 1930 das Zündwarenmonopolgesetz welches seine Gültigkeit bis 1983 behielt.

Ein amerikanischer Schmied namens John Deere erfand  1837 den ersten selbstreinigenden Stahlpflug.

Die Stromerzeugung mittels Generator geht auf mehrere Erfinder zurück. 1866 entdeckte Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip. Das erste Großkraftwerk ging 1895 Am Niagara an das Netz. Das erste Flußkraftwerk wurde 1898 in Rheinfelden in Betrieb genommen.

Der Gründer der Fa. Schmidt Spiele Josef- Friedrich Schmidt erfand das Mensch ärgere dich nicht Spiel in den Wintermonaten 1907/08. Erschienen ist es 1910 und ab 1914 in Serie produziert.

Der gebürtige Ungar Biró erfand den Kugelschreiber im Jahre 1938.

Das heutige Hessen war nach dem zweiten Weltkrieg amerikanische Besatzungszone. Schon bald nach Kriegsende formierten sich politische Parteien neu. Zunächst noch ohne Wissen und Erlaubnis der Besatzungsmacht. Die preußischen Provinzen Nassau, Kurhessen und der Volksstaat Hessen wurden zum Land Groß-Hessen. Die Hessische Verfassung trat am 01. Dezember 1946 durch Volksabstimmung in Kraft. Es war die erste Verfassung nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland. Der Name Groß-Hessen wurden in Hessen geändert und als Landeshauptstadt wurde Wiesbaden  bestimmt. Erster Ministerpräsident wurde der SPD-Politiker Christian Stock welcher mit der CDU zusammen die erste Regierung in Hessen bildete. Das Land Hessen nahm rund eine Million Heimatvertriebene auf.

Ein juristisches Kuriosum stellt der Art. 21 Abs. 1 der Hessischen Verfassung dar. Er beinhaltet noch die Todesstrafe.Durch den Artikel 102 des Grundgesetzes wird dieses speziell hessische Gesetz gegenstandslos. Nachfolgend der Gesetzestext aus der Hessischen Verfassung.
Art. 21 [Freiheitsstrafe; Todesstrafe]
(1) Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen und beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.


 

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