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Dorfchronik 1914

Karl Schmidt als Soldat im Ersten Weltkrieg

Der Chronist schreibt für das Jahr 1914 folgendes:

Die Schneedecke am Ende Dezember des vorhergegangenen Jahres verschwand zwar bald wieder Anfang Januar, aber vom 10. d. Mts. ab trat eine längere Frostzeit ein, die, mit Abwechslungen von kürzerer Dauer, bis 3. März währten. Der kälteste Tag darin war der 25. Januar mit – 13 Grad C. Die Frühjahrswitterung war günstig, obwohl einige Spätfröste einen großen Teil der Obstblüten noch im Mai vernichtete. Die Regenmenge war reichlich und der Landwirtschaft vorteilhaft. Auch früh erwachte das Wachstum und alle landwirtschaftlichen Arbeiten bekamen einen Aufschwung. Der 2. Teil des Juni und der Juli waren recht heiß und gewitterreich und auch der August hatte noch wiederholte ausreichende Niederschläge. Allseits blühten Handel und Gewerbe und mit Ausnahme des Obstes, das nur teilweise geriet, war eine günstige Ernte allenthalben zu erwarten.
Überraschend schnell mit dem 31. Juli folgte die Anordnung der Kriegsbereitschaft und mit dem 1. August die Mobilmachung. Wie in ganz Deutschland hatte auch hier die Bevölkerung eine hohe Begeisterung und eine innige Hingabe an das Vaterland in allen Kreisen ergriffen. Eine Einigkeit und tiefernste Entschlossenheit, wie man sie nicht für möglich zuvor hielt, durchflammte alle Stände und Parteien. Es gab auf einmal keine Sozialdemokraten mehr, sondern nur mehr Vaterlandsfreunde. Die Kämpfe bei Mühlhausen i. Els., bei Lagarde, ……, die Erstürmung Lüttichs und vor allem die große Schlacht bei Metz am 20. und 21. August sowie die siegreichen Gefechte im Osten gegen die Russen lösten allmählich die drückende Spannung. Die weiteren Ereignisse müssen aus der Kriegsgeschichte entnommen werden. Der Schreiber dieser Aufzeichnungen trat zufolge dringenden Aufrufens des stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps am 7. September 1914 als Kriegsfreiwilliger wieder ein, nachdem er bereits vor über 15 Jahren seinen Abschied erhalten hatte. Er stand von Mitte November 1914 bis 10. Januar 1916 als Hauptmann im Osten, wo er als Landsturmführer im Alter von schließlich 58 Jahren schwere Kämpfe gegen die Russen unter großen Anstrengungen und Entbehrungen zu bestehen hatte. Letzte Stellung war Dünaburg. Am 2. Februar 1916 übernahm er wieder die Dienstgeschäfte, die zwischenzeitlich von dem Beigeordneten Schwahn versehen worden waren. Damit war wieder eine Stetigkeit in die Verwaltung gekommen gemäß dem sehnlichen Wunsch aller Eingesessenen.
Noch vor Ausbruch des Weltkrieges war die Hochdruckwasserleitung in Daubhausen fertiggestellt.

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